Reha vernetzt
Vom 23. bis 26. März 2026 fand das 35. Reha-Kolloquium in Leipzig statt. Der Deutsche Kongress für Reha-Forschung brachte erneut die Akteure aus der Forschung und Wissenschaft, der Reha-Praxis, der Leistungsträger sowie aus Verbänden zusammen.
Auch die fünf mitteldeutschen Berufsförderungswerke waren gemeinsam mit dem Bundesverband BFW vor Ort vertreten und informierten über die aktuellen Möglichkeiten und Leistungen in der beruflichen Rehabilitation. Dabei präsentierten sich die Berufsförderungswerke als starke und verlässliche Reha-Partner mit umfassender Expertise.
Vielfalt & Fairness
Im Fokus des diesjährigen Kongresses stand das Leitthema „Fairsorgt in der Reha? Vielfalt leben – Chancengleichheit schaffen“. Das wissenschaftliche Programm umfasste mehr als 300 Vorträge und Impulse zu aktuellen rehabilitations- und teilhabebezogenen Themen aus der Reha- und Versorgungsforschung, Reha-Praxis und Gesundheitspolitik.
Beleuchtet wurden unter anderem aktuelle Veränderungen in der medizinischen Rehabilitation sowie die Frage, wie sich die berufliche Reha angesichts gesellschaftlicher und arbeitsmarktlicher Entwicklungen weitertransformiert.
In verschiedenen Formaten wurden die Themen diskutiert.
Auch das BFW Thüringen war an diesem Austausch aktiv beteiligt, vertreten durch Geschäftsführerin Dr. Maria Heinelt.
Arbeitsmarkt im Wandel
Im Forum „Chancengleichheit ermöglichen – Teilhabe sichern“ diskutierten verschiedene Akteure die Weiterentwicklung der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben im Spannungsfeld des sich wandelnden Arbeitsmarkts. Unter den Beteiligten war auch das BFW Thüringen als Vertreter der beruflichen Rehabilitation.
Soziale, ökologische und wirtschaftliche Transformationsprozesse beeinflussen die Anforderungen an LTA. Insbesondere die fortschreitende Digitalisierung verändert bestehende und erfordert neue Berufsbilder. Gleichermaßen ändern sich die Chancen und Herausforderungen für Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die sich neu am Arbeitsmarkt ausrichten. Die zentrale Aufgabe der beruflichen Rehabilitation bleibt es, die Anschlussfähigkeit an zukunftsorientierte Kompetenzen und Tätigkeitsprofile sicherzustellen und Erwerbsbiografien langfristig zu sichern.
Zukunftsfähige LTA
Im Rahmen des Diskussionsforums setzte Dr. Maria Heinelt den Impuls zur nachhaltigen, hochwertigen und fairen Gestaltung der Kompetenzentwicklung. Sie betonte, dass die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden ihre bisherige Tätigkeit zwar nicht mehr ausüben können, jedoch wertvolle überfachliche Kenntnisse aus dem Vorberuf mitbringen. Diese müssen in neue berufliche Perspektiven integriert werden.
„Wir sind kompetenzorientiert – nicht defizitorientiert: Vorhandene Soft Skills können entsprechend der Anforderungen des Arbeitsmarktes entwickelt werden. Rund 90 Prozent der Absolventen finden eine neue Beschäftigung im Mittelstand. Gerade hier liegen große Chancen, weshalb der enge Austausch mit regionalen Arbeitgebern für das BFW Thüringen zentral bleibt. Der Mensch mit seinen individuellen Bedarfen steht dabei stets im Mittelpunkt – und eine noch engere, arbeitsteilige Verzahnung aller Akteure ist entscheidend für eine faire, nachhaltige und zukunftsorientierte berufliche Rehabilitation.“