Klinikpartner zu Gast
Als Dienstleister in der beruflichen Rehabilitation begleitet das Berufsförderungswerk Thüringen Menschen, die sich nach einem Unfall oder einer Krankheit neu im Arbeitsleben orientieren. Diesem Prozess geht oftmals eine medizinische Rehabilitation in einer Reha-Klinik voraus. Damit der Übergang gelingt, ist eine gut abgestimmte Verzahnung an dieser Schnittstelle wichtig – sie legt den Grundstein, um langfristige Reha-Ziele zu erreichen.
Am 5. Mai hatte das BFW Thüringen erneut zur „Fachtagung für Kliniken“ eingeladen. Die Veranstaltung fand zum zweiten Mal im Regional-Center Erfurt statt und stieß auf große Resonanz: Über 40 Vertreterinnen und Vertreter aus Kliniken in Mitteldeutschland nutzten die Gelegenheit zum fachlichen Austausch. Das Interesse der Klinikpartner bestätigt die Relevanz des Schwerpunktthemas: die berufliche Rehabilitation bei psychischem Unterstützungsbedarf.
Ganzheitliche Unterstützung
Die ganzheitliche Rehabilitation von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen gewinnt weiter an Bedeutung. Laut dem Reha-Atlas der Deutschen Rentenversicherung ist der Anteil der medizinischen Rehabilitation aufgrund psychischer Erkrankungen auf rund 21 % gestiegen.
Im Rahmen der Fachtagung gab eine Psychologin aus dem BFW Thüringen Einblicke in den Diagnosenspiegel und beleuchtete die bedarfsgerechte Unterstützung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Das multiprofessionelle Reha-Team begleitet die Menschen individuell über den gesamten Verlauf ihrer beruflichen Rehabilitation. Die psychologische Begleitung ist fest in den Tagesablauf integriert, vermittelt Strategien für die körperliche und mentale Gesundheit und hat das Ziel, die psychische Stabilität zu stärken.
Angebote bei psychischem Unterstützungsbedarf
Das RehaAssessment ist das Eingangstor zur beruflichen Rehabilitation. Das erfahrene Team ermittelt zusammen mit den Rehabilitand:innen die individuellen Stärken und Potenziale jedes Einzelnen, um eine konkrete Strategie für den Wiedereinstieg ins Arbeitsleben zu formulieren. Bei psychologischem Unterstützungsbedarf bieten wir ein verlängertes RehaAssessment mit professioneller Begleitung zur Berufsfindung an.
Dauer
- 6 Wochen
Ort
- Seelingstädt
- RC Erfurt
ReStart intensiv ist eine spezielle Reha-Vorbereitung für Menschen mit seelischen oder psychischen Beeinträchtigungen. Über einen längeren Zeitraum haben die Rehabilitand:innen die Möglichkeit, ihre Leistungsfähigkeit aufzubauen und zu festigen. Ein professionelles Team hilft ihnen dabei, eine Qualifizierung gestärkt anzutreten.
Dauer
- 6 Monate
Orte
- Seelingstädt
- Erfurt
- Eisenach
Perspektive Arbeit intensiv wird nach dem individuellen Bedarf und den Anforderungen eines potenziellen Arbeitsplatzes variabel gestaltet. Ein professionelles Team des BFW Thüringen unterstützt die Rehabilitand:innen während der gesamten Zeit. In ihrem persönlichen Reha- und Integrationsmanager haben sie eine feste Ansprechperson. Perspektive Arbeit intensiv unterstützt die Stabilisierung durch ein soziales Kompetenztraining zum Beispiel durch die Vermittlung von Stressbewältigungsstrategien und psychologische Begleitung.
Dauer
- max. 9 Monate
Orte
- Seelingstädt
- Erfurt
- Eisenach
- Gera
Für die individuelle Unterstützung beim beruflichen Neustart begleiten auch Ärzt:innen, Psycholog:innen, Sozialarbeiter:innen und Rehasport-Betreuer:innen die berufliche Rehabilitation. Unmittelbar vor Ort bietet das BFW Thüringen die Besonderen Hilfen, dazu zählen:
- medizinische Betreuung
- psychologische Begleitung
- Physio- und Ergotherapie
- Gesundheit und Bewegung
- Ernährungsberatung
- Entspannung & Konzentration
Sich im Berufsförderungswerk auf ein neues Arbeitsleben vorzubereiten, ist für viele Menschen ein privater Einschnitt. Besonders für diejenigen, die nicht täglich zum Wohnort pendeln, bedeutet das, für eine bestimmte Zeit im BFW zu leben. Deswegen ist es unser tägliches Bestreben, Ihnen einen angenehmen Aufenthalt zu bereiten. Dazu gehören neben gemütlichen Einzelzimmern auch unser Verpflegungsangebot und Möglichkeiten für Sport- und Freizeitgestaltung.
Bedarfsorientierte Begleitung
Eine weitere Facette der individuellen Begleitung bei komplexen Bedarfslagen beleuchteten zur Fachtagung zwei Fallmanagerinnen aus dem BFW Thüringen. Sie fokussierten die Unterstützung im Fallmanagement nach medizinischer Rehabilitation um im rehapro-Modellprojekt „FaKT“. Anhand praktischer Fallbeispiele zeigten sie, wie wichtig eine bedarfsorientierte Begleitung für die erfolgreiche berufliche Neuorientierung ist – von regelmäßigen Gesprächen über Hilfen im Alltag bis hin zur Vorbereitung auf eine Beschäftigungsaufnahme und den Kontakt mit Arbeitgebern.
Der proaktive Austausch im Kliniknetzwerk schafft einen Mehrwert für alle Beteiligten: er eröffnet den die Teilnehmerinnen und Teilnehmern Zugangswege und neue berufliche Perspektiven und schafft die Basis für die nachhaltige Integration in den ersten Arbeitsmarkt.